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Auszeichnung des Hofer Schlappentages sorgt für Begeisterung

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By Redaktion on 15. Februar 2020 Exklusiv mit Bild

Der Titel „Immaterielles Kulturerbe“ für den Hofer Schlappentag ist für die Stadt Hof ein Ansporn, die einzigartige Hofer Tradition noch weiter voranzubringen. Dies teilte Rainer Krauß, Sprecher der Stadt Hof, auf Anfrage mit. Wie das bayerische Heimatministerium zuvor gemeldet hatte, ist der Hofer Schlappentag in das bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Das Verzeichnis spiegelt die kulturelle Vielfalt Bayerns wider.

Wie Rainer Krauß weiter mitteilt, hebt die Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“ die großartige Tradition des Hofer Schlappentages auf genau die Ebene, die der „Hofer Nationalfeiertag“ auch verdiene. Ein großer Dank gelte dem Kulturamt, das die Bewerbung im Austausch mit dem Kreishandwerksmeister und dem Oberschützenmeister erstellt und betreut habe. „Wir sind uns sicher“, so Rainer Krauß, „dass der Schlappentag nun in den nächsten Jahren touristisch und medial eine noch höhere Aufmerksamkeit erfahren wird.“ Bereits jetzt sei das durch die positive Rückmeldung regionaler und überregionaler Tourismusverbände zu spüren. Nun gelte es, dieses Mehr an Aufmerksamkeit und Zuspruch entsprechend zu kanalisieren.


Noch vor einem Jahrzehnt sei der Schlappentag teilweise in Routine erstarrt gewesen. Dank der gemeinsamen Arbeit vieler Beteiligter habe man seitdem aber einen massiven Aufschwung erreicht. Maßgeblich dafür seien die vielen Ideen einer Arbeitsgruppe aus ausrichtendem Verein, Brauerei, Kreishandwerksmeister und Stadtverwaltung gewesen. Dabei sei unter anderem das heute allseits bekannte Logo entstanden. Außerdem sei der Schlappentag behutsam weiterentwickelt worden: „Beinahe jährlich werden neue Elemente integriert“, sagt Rainer Krauß und nennt als Beispiele das Handwerkerdenkmal, das Bürgerschießen und Genussprodukte wie die Schlappenbier-Bratwurst. Auch die erfolgreiche Weiterentwicklung der Hussitenführung der Hofer Gästeführer trage zum Gesamterfolg bei. Weiterhin würden neue Wege der Vermarktung getestet und umgesetzt.

Kein Schlappentag ohne Schlappenbier: Auf die Zukunft des Hofer Nationalfeiertages stoßen an (von links) Kurt Unverdorben von der Scherdel-Bräu, Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, Oberschützenmeister Günter Hornfeck, Kreishandwerksmeister Christian Herpich, Schlappenkönig Dieter Gelbrich, Schützenmeister Lars Neumann und Braumeister Günter Spindler.  Foto: privat
Kein Schlappentag ohne Schlappenbier: Auf die Zukunft des Hofer Nationalfeiertages stoßen an (von links) Kurt Unverdorben von der Scherdel-Bräu, Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, Oberschützenmeister Günter Hornfeck, Kreishandwerksmeister Christian Herpich, Schlappenkönig Dieter Gelbrich, Schützenmeister Lars Neumann und Braumeister Günter Spindler.  Foto: privat

Zu den Gratulanten zum Status „Immaterielles Kulturerbe“ gehört auch Dieter Weiß, Vorsitzender der Hofer Sportschützenvereinigung (HSSV). In einem offenen Brief an die Stadt Hof schreibt er, dass die Hofer Schützenvereine nicht nur ihrem Sport, sondern auch in hohem Maße der Tradition verpflichtet seien. Deshalb stünden alle acht in der HSSV zusammengeschlossenen Schützenvereine hinter der Veranstaltung des traditionellen Schlappentages, der seit nunmehr über 580 Jahren von der Privilegierten Scheiben-Schützen-Gesellschaft Hof durchgeführt werde.
In seinem Brief verweist Dieter Weiß auch auf die Rolle des Schlappenkönigs, der mit dem Titel nicht nur für seine herausragenden Schießleistungen geehrt werde, sondern zugleich Aushängeschild für historisches Brauchtum in der Stadt Hof sei. Diese Tatsache könne man sich künftig noch weit mehr zunutze machen.
Mit der Auszeichnung gerechnet hatte Kreishandwerksmeister Christian Herpich, wenn auch nicht zum jetzigen Zeitpunkt. „Ich war wirklich baff und sehr gerührt“, erzählt er. Dank vieler Mosaiksteinchen wie der Schlappentags-Skulptur, die die Metamorphose vom Handwerker zum Schützen zeige, habe sich der Schlappentag in den zurückliegenden zehn Jahren spürbar positiv entwickelt. Inzwischen sei der Tag auch ein Treff der Generationen: „Nachmittags kommen zum Beispiel viele junge Leute wie Studenten, und zwar fesch angezogen in Tracht und Dirndl“, hat Christian Herpich beobachtet. Darin zeige sich eine deutliche Aufwertung der Veranstaltung, was jetzt vom Heimatministerium wertgeschätzt worden sei.


Die hocherfreuliche Entwicklung des Schlappentags ist für den Kreishandwerksmeister ein Beweis dafür, dass viele Leute an einem Strang in die richtige Richtung ziehen. „Aber ohne Kulturamtschef Peter Nürmberger und den Sprecher der Stadt Hof Rainer Krauß hätten wir das nicht geschafft“, stellt er fest. Die beiden hätten die Texte der Bewerbung an das Heimatministerium formuliert und dabei ganz tolle Arbeit geleistet. „Wir sind jetzt auf Augenhöhe mit den Passionsspielen in Oberammergau, die von richtig großer Bedeutung sind. Das erfüllt mich mit besonderem Stolz.“
Was die Auszeichnung langfristig bewirke, lasse sich noch nicht abschätzen, aber sicherlich würden die Medien drauf anspringen, was dem Schlappentag eine noch größere Aufmerksamkeit einbringen werde. Die Kernbotschaft laute auf jeden Fall: Der Hofer Nationalfeiertag müsse in der jetzigen Form grundsätzlich erhalten bleiben, und zwar am bekannten Standort am Schießhäuschen, denn: „Dort gehört er einfach hin.“ Weitere Verbesserungen schließt der Kreishandwerksmeister natürlich nicht aus, aber sie müssten mit Bedacht geschehen: „Wir dürfen jetzt nicht übermütig werden.“ Wichtig sei es, weiter zusammenzuhalten und die gewohnte Tradition mit innovativen Ideen weiterzuentwickeln.


„Natürlich kann man sich der Ernennung nie sicher sein, sodass wir bis zum Schluss auf den Status Kulturerbe gehofft haben“, teilt auf Nachfrage Kurt Unverdorben mit, Prokurist der Scherdel Bier GmbH & Co. KG, die das Schlappenbier braut. Umso mehr freue man sich nun über den Titel, denn: „In unseren Augen hat sich der Schlappentag die Ernennung auf Grund seiner langen Tradition mehr als verdient. Schließlich geht das Fest auf einen historischen Ursprung zurück.“

Bei der Scherdel-Bräu sehe man die Auszeichnung in erster Linie als eine große Anerkennung und Wertschätzung für die Energie und das Herzblut, mit dem alle Beteiligten über Generationen hinweg die Tradition des Schlapptentages gepflegt hätten. Gleichzeitig sei es Ansporn und Motivation, zukünftig mit mindestens genauso viel Engagement den Schlappentag zu feiern. Deswegen werde der Titel bei der Ankündigung des Schlappentages am 8. Juni 2020 eine wichtige Rolle spielen. Die Eine oder der Andere werde dann sicher mit einer frischen Maß Scherdel-Schlappenbier Jahrgang 2020 darauf anstoßen.
„Längerfristig kann es durchaus sein, dass durch den zu erwartenden höheren Bekanntheitsgrad mehr Besucher nach Hof zum Schlappentag kommen“, schreibt Kurt Unverdorben weiter. Deshalb sei es wichtig, den Ursprung des Schlappentages immer wieder in den Mittelpunkt zu stellen und diese Tradition und Kultur zu pflegen, wie es zum Beispiel durch die Hussitenführung, das Bürgerschlappenschießen und den Festumzug am Schlappentag selbst geschehe.

Zu den liebenswürdigen Details, mit denen der Schlappentag stets weiterentwickelt wird, gehören für Kreishandwerksmeister Christian Herpich auch die frischen Blumen in einem Maßkrug am Schlappentagsdenkmal. „Da geht mir jedes Mal das Herz auf, wenn ich das sehe“, sagt er und bittet den unbekannten Gönner, sich zu melden, denn: „Ich würde ihm oder ihr zu gerne die Hand schütteln und einfach danke sagen.“

Auch für den Landkreis Hof ist die besondere Auszeichnung des Schlappentages eine sehr gute Nachricht. „Ich freue mich für die Stadt Hof und die gesamte Region“, schreibt auf Anfrage Landrat Dr. Oliver Bär. Dass der Hofer Schlappentag in die Reihe der Immateriellen Kulturerbe aufgenommen worden ist, sei eine herausragende Würdigung einer Jahrhunderte alten Tradition und unterstreiche, dass das Hofer Land in besonderem Maße für Kulinarik, Geselligkeit, Gastfreundschaft und Traditionsbewusstsein stehe. Der Landrat betont: „Der Kulturerbe-Status des Schlappentages ist ein weiterer wichtiger Mosaikstein, um die Attraktivität und Vielseitigkeit unserer Heimat zu bewerben.“
Manfred Köhler

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