Wenn in Hof vom „Wiesla“ gesprochen wird, dann geht es um weit mehr als nur um Fußball. Der FC Wiesla Hof ist seit einem halben Jahrhundert ein Ort der Begegnung, des Zusammenhalts und der gelebten Gemeinschaft. 2026 feiert der Verein sein 50-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das nicht nur Anlass zum Feiern bietet, sondern auch die Geschichte eines Vereins erzählt, der mit Leidenschaft, Eigeninitiative und enormem ehrenamtlichem Einsatz gewachsen ist.
Gegründet wurde der FC Wiesla Hof am 6. Juni 1976 von gerade einmal 18 Jugendlichen. Was damals als Straßenfußballmannschaft am „ersten Wiesla“ begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer festen Größe in der Hofer Sportlandschaft. Bereits wenige Jahre später entstanden erste Vereinsstrukturen. Ein eigenes „Hüttla“ am Rauhbach wurde gebaut und der Verein wird schließlich ins Vereinsregister eingetragen. Seit 1994 ist der FC Wiesla auf seinem heutigen Vereinsgelände am Südring zuhause.
Der Verein zählt aktuell ungefähr 570 Mitglieder und gehört damit zu den größten Fußballvereinen der Region. Besonders ist dabei die Jugendarbeit. Von den jüngsten Kickern bis zu den älteren Jahrgängen stellt der FC Wiesla durchgehend eigenständige Mannschaften. Zwei Herrenmannschaften vertreten den Verein aktuell im Spielbetrieb. Die erste Mannschaft spielt in der Kreisliga, die zweite in der Kreisklasse. Dazu kommt die traditionsreiche AH-Mannschaft, die seit Jahrzehnten zum Vereinsleben dazugehört.
Doch Zahlen allein erzählen nicht die eigentliche Geschichte dieses Vereins. Der wahre Wert des FC Wiesla Hof zeigt sich dort, wo unzählige Ehrenamtliche Woche für Woche Zeit, Energie und Herzblut investieren. Der erste Vorstand Robert Ullmann erzählt uns hierzu: „Trainer stehen bei Wind und Wetter auf dem Platz, Eltern verkaufen Bratwürste und Kuchen, Funktionäre organisieren Spieltage, kümmern sich um Sponsoren oder halten das Vereinsleben am Laufen. Viele Arbeiten auf dem Vereinsgelände werden in Eigenleistung umgesetzt. Oft nach Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub. Gerade diese Menschen machen den besonderen Charakter des Vereins aus.“ Hier kennt man sich. Hier hilft man sich. Und hier wird Gemeinschaft nicht nur gepredigt, sondern gelebt. In Zeiten, in denen vieles schnelllebig geworden ist, bleibt ein Verein wie der FC Wiesla ein Stück Heimat für Generationen.
Sportfest im Juli
Das große Jubiläumsjahr 2026 soll deshalb nicht nur Rückblick, sondern auch Aufbruch sein. Beim traditionellen Sportfest vom 17. bis 19. Juli möchte der Verein seinen Mitgliedern, Freunden und Gästen etwas ganz Besonderes bieten. Geplant ist unter anderem ein Freundschaftsspiel der Alten Herren gegen die Traditionself des 1. FC Nürnberg, ein sportliches Highlight, das sicherlich zahlreiche Zuschauer bei freiem Eintritt an den Südring locken wird. Die Traditionsmannschaft des „Clubs“ ist weit über Franken hinaus bekannt und tritt regelmäßig bei Jubiläumsspielen und Benefizveranstaltungen an.
Doch der FC Wiesla denkt nicht nur an die großen Fußballmomente. Ein weiteres Herzensprojekt des Vereins ist der Bau eines Spielplatzes für die Kleinsten. Damit sollen insbesondere die jüngsten Besucher bei Heimspielen und Veranstaltungen einen Ort zum Spielen und Toben erhalten. Es ist ein Projekt, das sinnbildlich für die Philosophie des Vereins steht: Fußball als Mittelpunkt – aber Gemeinschaft als eigentliches Ziel. Robert Ullmann sagt: „Um solche Vorhaben stemmen zu können, braucht es neben ehrenamtlicher Arbeit auch finanzielle Unterstützung. Wir bedankten uns bei allen Gönnern, die hier immer wieder ihren Teil beitragen.“
Wenn der FC Wiesla Hof im Sommer sein 50-jähriges Jubiläum feiert, dann feiert er deshalb nicht nur Tore, Tabellenplätze oder sportliche Erfolge. Er feiert vor allem Menschen. Menschen, die anpacken, Verantwortung übernehmen und zeigen, wie wichtig Vereine für das gesellschaftliche Leben sind. Oder, wie man in Hof wohl sagen würde: Beim Wiesla geht es eben um weit mehr als nur um Fußball. Michaela Spindler

