Prachtvoll ist es und an längst vergangene Zeiten erinnert es, das König Albert Theater in Bad Elster. 1914 wurde es als letztes deutsches Hoftheater durch seine Majestät König Friedrich August III. von Sachsen eingeweiht. Seitdem zählt das Haus zu den bedeutendsten und prachtvollsten Theatern überhaupt. Wenn man den roten Teppich hochschreitet und den Eingang betritt, dann verlässt man die Jetztwelt und taucht ein in ein Ambiente mit großem Lüster, Gold und Prunk und liebevollen Details. Eigentlich wäre lange Abendrobe mit wallenden Kleidern ein Muss….
Mit 49 ProHof-Mitgliedern machte sich der Verein erstmals auf, um eine Veranstaltung im nahegelegenen Vogtland zu besuchen. Ein ausverkauftes Haus, zwei großartige und bekannte Schauspieler (Anne-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer) hielten eine Märchenstunde der besonderen Art. Die Geschichte: Eine junge, alleinerziehende Mutter eröffnet am Kirchplatz eines kleinen, südfranzösischen Dorfes eine Pâtisserie, einen kleinen Tempel für feinste Schokoladen. Für den Dorfpfarrer ist diese Art der »Verführung« absolut inakzeptabel. Rigoros verbietet er den Mitgliedern seiner Gemeinde jeden Umgang mit der jungen Frau – und wird zu ihrem großen Gegenspieler. Auf äußerst amüsante Weise prallen zwei Lebenshaltungen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die Abneigung gegen alles Fremde auf der einen Seite, Offenheit und Genuss auf der anderen. Der Film „Chocolat“ von Lasse Hallström mit der zauberhaften Juliette Binoche in der Hauptrolle wurde im Jahr 2001 mit fünf Oskars nominiert. Wer diesen Film gesehen hat, konnte bei der Märchenstunde viele Details wieder abrufen. Am eindrücklichsten wohl eine der Schlussszenen, wo sich die Gier nach der lange entsagten Schokolade Bann brach und es in einem Fressen derselben endete. Harald Krassnitzer tat es nur mit Worten, jedoch so eindrücklich, dass den Zuschauern das Wasser im Mund zusammenlief und ein Stück Schokolade am Schluss gerade recht gewesen wäre.
Begleitet wurden die beiden wunderbaren Schauspieler vom virtuosen Jazz-Quartett Les Manchoues du Tannes, das das französiche Lebensgefühl aufs Trefflichste interpretierte. Anke Bogler
Fotos: Hilmar Bogler

