Wenn es einen Ort in Hof gibt, der nächtlicher Partylaune bis tief in die Nacht Raum gibt und gleich morgens schon wieder Frühstücksbetrieb anbietet, dann ist es das Bistro des Theaters Hof. Hier treffen Publikum und Künstler aufeinander, hier wird bei allen Gelegenheiten gefeiert – und vor allem auch die Mitarbeiter des Theaters fühlen sich gut aufgehoben und in ihren Pausen bestens betreut.
Seit rund drei Jahren betreibt Sebastian Mocker (44) die öffentliche Theater-Kantine „Mocky’s Backstage Bistro“. Dazu gehört auch die Foyergastronomie, also die Pausenbetreuung der Theatergäste zum Beispiel mit Häppchen und Sekt. Seine Sporen hat sich „Mocky“ aber nicht in der Gastronomie verdient, sondern als leitender Angestellter eines Lebensmittelerzeugers im Hauptberuf und als DJ im Nebenjob – zum Beispiel bei den Innenhofkonzerten oder beim Saaleauenfest.
Das Interesse daran, Gäste zu bewirten, erwachte in Zusammenhang mit dem Untreusee: „Als dort die Gastronomie neu vergeben wurde, habe ich mich beworben, aber den Zuschlag nicht bekommen“, erinnert sich Sebastian Mocker. Dafür hat dann wenig später sein Konzept die Verantwortlichen des Theaters überzeugt. Sebastian Mocker investierte aus eigener Tasche in Küchentechnik und Einrichtung, stellte ein Team von 16 Mitarbeitern zusammen und kreierte eine völlig neue Speise- und Getränkekarte. Zu seinen Besonderheiten gehören selbstgemachte „Backstage-Limonaden“ oder Cocktails passend zum jeweiligen Theaterstück. Über den Theaterbetrieb hinaus öffnet er seine Gastronomie für Firmenfeiern oder Hochzeiten und tritt dabei auf Wunsch auch als DJ in Erscheinung.
Seit Sebastian Mocker in sein neues Leben als Kantinen-Chef gestartet ist, gehört Freizeit zum Luxusgut, wie er sagt. Aber die Arbeit mache Spaß, er freue sich auf jede Vorstellung, und die Theater-Mitarbeiter und Künstler seien inzwischen wie eine große Familie für ihn. Besonders seinen engagierten Mitarbeitern, zu denen auch seine Brüder Flo und Jörg wie auch seine Freundin Mary gehören, habe er unheimlich viel zu verdanken.
Tausendsassa
Der Tausendsassa und Macher Sebastian Mocker, der als SPD-Kandidat der letzten Hofer Stadtratswahl immerhin 4.500 Stimmen holte, musste die Gesamtzahl seiner Aktivitäten inzwischen herunterschrauben. Als Volksfestbedienung wird er heuer nicht zum Einsatz kommen. Wichtig ist es ihm, genug Freizeit für seine Tochter Leonie (11) zu reservieren, um gemeinsam Vater-Tochter-Zeit zu verbringen, am liebsten bei Ausflügen. „Ich habe gelernt, beruflich Grenzen zu setzen“, sagt er. Statt überall präsent zu sein, will er lieber die eine Sache, seinen Job als Bistro-Betreiber, perfekt machen.
Dass er heimisches Bier ausschenkt und regionale Zutaten verwendet, ist für Sebastian Mocker selbstverständlich. Die großen Hofer Metzgereien Max und Herpich sieht er als starke Partner. „Das ist mir unheimlich wichtig, denn als gebürtiger Hofer bin ich der Region sehr verbunden“, betont er. Zwei Säulen sind es, auf die er als Bistro-Betreiber baut: „Ich will immer gleich bleibend hohe Qualität bieten und noch besser werden, aber mich auch immer wieder neu erfinden.“ Manfred Köhler

