
Soroptimist International ist ein weltweites Netzwerk engagierter Frauen, die sich beruflich etabliert haben und ihre Kompetenzen nutzen, um die Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt nachhaltig zu verbessern. Auch in Hof ist diese Idee lebendig: Der Club Soroptimist International Club Hof vereint Frauen aus unterschiedlichsten Branchen – von der Architektin über die Landschaftsgärtnerin bis hin zur Juristin. Was sie verbindet, ist nicht nur ihr beruflicher Erfolg, sondern vor allem der Wunsch, gesellschaftlich etwas zu bewegen.
Der Name „Soroptimist“ leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie „Schwestern, die das Beste wollen“. Genau das ist Programm. Die Mitglieder setzen sich für Bildung, Gleichberechtigung, Menschenrechte und Frieden ein. Werte, die aktueller kaum sein könnten. Dabei geht es nicht um große Worte allein, sondern um ganz konkrete Projekte vor Ort. In Hof zeigt sich das Engagement etwa in Förderprogrammen für Frauen in schwierigen Lebenssituationen, Bildungsinitiativen für junge Mädchen oder Benefizaktionen, deren Erlöse sozialen Zwecken zugutekommen.
Vor kurzem standen die Präsidentschaftswahlen bei dem Hofer Frauenclub an. Gewählt wurde erneut Dr. Hildegard Zeilinger für die Jahre 2026/2027. Die engagierte Wahlhoferin hatte das richtungsweisende Amt bereits in den Jahren 2009/2011 inne. Und nicht nur das. Als der Hofer Club vor 20 Jahren gegründet wurde, war sie ebenfalls ein Gründungsmitglied. Im Interview mit ProHof erzählt Frau Dr. Zeilinger: „Was den Hofer Club besonders macht, ist seine Mischung aus Professionalität und persönlichem Einsatz. Die Mitglieder bringen ihre individuellen Fähigkeiten ein und arbeiten ehrenamtlich, oft neben einem anspruchsvollen Berufsalltag. Genau diese Kombination sorgt für eine Dynamik, die Projekte nicht nur entstehen lässt, sondern auch erfolgreich umsetzt. Dabei profitieren die Soroptimistinnen von einem starken internationalen Netzwerk, das den Austausch von Ideen und Erfahrungen ermöglicht.“
Organisiert wird vor Ort in Hof zum Beispiel zweimal jährlich der Benefiz-Kleiderbasar „frühShoppen“ für Second-Hand-Markenkleidung. Der Erlös des Basars kommt verschiedenen sozialen Projekten zugute. „Bei dem Kleiderbasar wollen wir zum einen darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dass man sich mit seiner Kleidung auseinandersetzt. Wie und wo wird meine Kleidung produziert? Wurde sie unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt? Zum anderen möchten wir ebenfalls an die Nachhaltigkeit erinnern. Vieles von der Kleidung, die im Container landet, ist bereit für eine zweite oder auch dritte Runde. Es geht hier um Fairtrade statt Fast Fashion“, erzählt Dr. Hildegard Zeilinger. In den letzten Jahren wurde bei dem Kleiderbasar auch mit anderen regionalen Akteuren wie dem Abfallzweckverband, der Hochschule Hof und der Modeschule in Naila zusammengearbeitet.
Ein zentraler Aspekt ihrer Arbeit ist die Förderung von Bildung. Denn Bildung gilt als Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Ob Mentoring-Programme, Vorträge oder Webinare, die Soroptimistinnen in Hof setzen gezielt Impulse, um Frauen neue Perspektiven zu eröffnen. Gleichzeitig engagieren sie sich in der Öffentlichkeit, um auf Missstände aufmerksam zu machen und gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen. Ein weiteres Ziel ist es, Frauen sichtbarer zu machen – in Führungspositionen, in der Gesellschaft und im öffentlichen Diskurs. Die Soroptimistinnen verstehen sich dabei auch als Stimme für diejenigen, die oft nicht gehört werden. Sie greifen Themen auf, die sonst im Alltag leicht untergehen, und geben ihnen eine Plattform.
In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt und Engagement wichtiger denn je erscheinen, zeigt der Soroptimist International Club Hof, wie viel einzelne Initiativen bewirken können. Mit Herz, Verstand und Tatkraft setzen sich die Mitglieder für eine gerechtere Welt ein, direkt vor der eigenen Haustür und doch eingebunden in ein globales Netzwerk. So ist der Club weit mehr als ein Zusammenschluss engagierter Frauen: Er ist ein Ort der Inspiration, der Solidarität und des aktiven Handelns. Und vielleicht genau deshalb ein Beispiel dafür, wie gesellschaftliches Engagement heute aussehen kann – lokal verwurzelt und zugleich international vernetzt. Aktuell besteht der Hofer Club aus 39 Mitgliedern, die sich neben der regelmäßigen Aktionen einmal im Monat zum Austausch treffen. Wer mehr über den engagierten Frauenclub erfahren möchte, wird unter www.clubhof.soroptimist.de fündig. Michaela Spindler
Veranstaltungstipp:
Der Hofer Soroptimist-Club organisiert zusammen mit der Hochschule Hof das diesjährige Europa Forum mit dem Titel „Demokratie ist kein Streamingdienst – Mitmachen statt Zuschauen! Am 14. Oktober 2026 werden Expertinnen und Engagierte aus der Region zeigen, wie man auf europäischer Ebene und vor Ort für die Demokratie aktiv werden kann. Die Veranstaltung findet an der Hochschule Hof statt, ist öffentlich und gebührenfrei.
