
Das Oberfränkische Bauernhofmuseum in Kleinlosnitz bei Münchberg ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Es zeigt, wie das Landleben früher funktionierte, wie Häuser gebaut wurden, wie Menschen arbeiteten, feierten und sich gemeinsam weiterentwickelten. Schon lange gilt das Bauernhofmuseum als lebendiger Ort, an dem historische Alltagskultur greifbar gemacht wird. Dabei ist es ist weit mehr als eine Ansammlung alter Gebäude: Es ist eine Gedächtnis- und Lernstätte für die Region, die Traditionen pflegt und gleichzeitig den Blick nach vorn richtet. Ob Frackdachhäuser, Strohdächer oder Blockhäuser, ob Landwirtschaft, Handwerk oder ländliche Brauchtümer: Das Museum setzt auf anschauliche Räume, Ausstellungen und regelmäßige Aktivitäten durch einen gut gefüllten Veranstaltungskalender.
Das Bauernhofmuseum wie wir es heute kennen, verdanken wir zu großen Teilen dem leidenschaftlichen Engagement und Enthusiasmus von einem Mann: Bertram Popp. Nach über 40 Jahren intensiver Arbeit verabschiedete sich der Museumsleiter am Lichtmess-Tag am 2. Februar feierlich in den Ruhestand. Passend zu diesem Tag, der historisch als Moment des Wechsels für Knechte und Mägde gilt, zog der Anlass eine reflektierende Bilanz: Unter Popps Führung wuchs das Museum von kleineren Anfängen zu einer anerkannten Einrichtung heran, in der Besuchern aus der Region und darüber hinaus Einblicke in das bäuerliche Leben vergangener Zeiten gewährt werden. Die Veranstaltung war geprägt von Dank, Zustimmung und herzlicher Anerkennung – von Weggefährten, dem Zweckverband, Förderern, Nachbarn und Kollegen.
Landrat Dr. Oliver Bär, der Vorsitzende des Zweckverbands, eröffnete die Feierstunde mit einer anerkennenden Würdigung: Bertram Popp habe durch sein Ideenreichtum, sein Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz maßgeblich dazu beigetragen, das Museum zu einer lebendigen Institution zu entwickeln. „Sie haben damit sowohl der Landwirtschaft als auch der Region ein Mehr an Bewusstsein und Selbstbewusstsein gegeben“, so der Landrat in seinen Dankesworten. Die Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Förderkreisen – darunter Horst Penzel, Erster Bürgermeister von Zell i. F., Martin Morgenroth, zweiter Vorsitzender des Museumsfördervereins, und Livia Forche, Popps Nachfolgerin als Museumsleitung – boten einen persönlichen Blick auf die gemeinsame Zeit und das fortlaufende Wirken des Museums.
In den vergangenen vier Jahrzehnten wurde Bertram Popp zu einem Experten für historische regionale Bauweisen und die Erforschung des bäuerlichen Alltagslebens. Mit seinem großen Wissensdurst auf diesem Gebiet und dem unermüdlichen Einsatz für das Museum hinterlässt Bertram Popps Arbeit tiefe Spuren. Nicht nur in Kleinlosnitz, sondern in der gesamten oberfränkischen und bayerischen Hausforschung. Zum Abschluss dankte Bertram Popp seinen Weggefährten: Er verneigte sich in Richtung der Anwesenden, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor und betonte, wie erfüllend es sei, so lange an einem Ort wirken zu dürfen.
Sein Abschied markiert nicht das Ende, sondern den Übergang zu einer neuen Phase der Museumsarbeit. Livia Forche übernimmt die Leitung und wird das Erbe fortführen, während Popps langjähriges Engagement in Gremien und Projekten weiterwirken wird. So bleibt der Einfluss des ehemaligen Leiters im Gedächtnis der Region verankert: als Impulsgeber für den Aufbau, die Forschungen zum bäuerlichen Alltag und die nachhaltige Vermittlung regionaler Geschichte. Michaela Spindler
Infos zum Museum
Unter www.kleinlosnitz.de finden Sie weiterführende Informationen zum Oberfränkischen Bauernhofmuseum, aktuellen Ausstellungen und anstehenden Veranstaltungen sowie alles über den Förderverein.
