Ein für Service-Clubs bedeutendes Ereignis findet in Kürze an der Hochschule Hof statt: Zum ersten Mal richtet der Lions-Distrikt Bayern Ost eine Distriktversammlung in Hof aus. Der Distrikt umfasst 42 Lions-Clubs aus Bayern mit nahezu 1.700 Mitgliedern, die sich durch ihr gemeinsames Motto „We Serve“ dem Dienst am Menschen verschrieben haben.
Zur Versammlung werden Delegierte aus allen Clubs in Hof erwartet, um inhaltliche Schwerpunkte festzulegen und die zukünftigen Führungskräfte, insbesondere den nächsten Vize-Governor, zu wählen. Die Wahl in Hof soll die demokratische Struktur und das Engagement aller Lions-Mitglieder für eine gemeinsame, nachhaltige Entwicklung des Distrikts unterstreichen.
Dass die überregional bedeutende Zusammenkunft am 7. März erstmalig in Hof tagt, kommt nicht von ungefähr. Maßgeblich für die Vergabe des Tagungsortes hat sich Wolfgang Höflich engagiert, der mit seiner Familie in Rehau lebt.
Höflich, der dem Lionsclub Hof angehört, ist amtierender Lions-Distrikt-Governor – und damit der aktuell ranghöchste Vertreter der Clubs im östlichen Bayern. Blickt man in die Chronik, fällt auf, dass Führungsämter dieser Kategorie eher Seltenheitswert in Hof haben: Vor exakt 34 Jahren war es zuletzt Klaus Degner, der als Distrikt-Governor überregional Verantwortung übernahm.
Höflich, Jahrgang 1952, ist in der Region kein Unbekannter: Der Diplom-Ingenieur für Textiltechnik hat in Coburg studiert und trat 1976 in die Sandler AG ein. Dort durchlief er mehrere Führungsebenen, wurde schließlich Vorstandsmitglied und begleitete den Weg des Schwarzenbacher Unternehmens bis hin zum international erfolgreichen „Hidden Champion“.
2022 ging Wolfgang Höflich, nach über 40 Jahren Betriebszugehörigkeit, in den Ruhestand. Heute ist er freiberuflich als Unternehmensberater erfolgreich – seine Schwerpunkte sind Innovation, Organisation und Führung. Kompetenzen, die er in seinem ehrenamtlichen Engagement täglich anwenden kann.
„Brücken bauen – gemeinsam Vielfalt erleben“, ist sein Governor-Motto. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Strukturen nicht mehr als selbstverständlich angesehen werden dürfen, sei es von Bedeutung, „sinnstiftende Projekte“ anzuschieben und auf den Weg zu bringen. Dass er dafür eine Menge Freizeit opfern müsse, störe ihn nicht – der Hobbypilot und leidenschaftliche Golfer engagiert sich aus Überzeugung: „Lions bietet mir die Möglichkeit, soziale Verantwortung zu übernehmen und Teil eines starken Netzwerks zu sein.“
Die Lions-Bewegung, sagt Höflich, sei mit über 1,4 Millionen Mitgliedern eine der größten Serviceorganisationen der Welt. Sie lebe von der Initiative ihrer Mitglieder, die durch persönliche Spenden, ehrenamtliches Engagement und verschiedenste Aktivitäten der Clubs finanzielle Mittel für gemeinnützige Projekte generierten – sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene.
Ein herausragendes Beispiel für den karitativen Einsatz der Lions sei die Beteiligung am RTL-Spendenmarathon. Jährlich sammelten Lions-Clubs deutschlandweit rund 600.000 Euro, die von RTL verdoppelt würden. Zusätzlich, sagt Höflich, fließen 500.000 Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein.
Aus einem gespendeten Euro würden somit am Ende drei – für Höflich ein eindrucksvolles Zeugnis einer wirkungsvollen Partnerschaft, die direkt den Menschen zu Gute komme. Im vergangenen Jahr seien durch diese Mittel unter anderem der Bau einer Augenklinik in Nigeria unterstützt worden, in der insbesondere Kinder und Jugendliche augenärztlich versorgt würden.
Ein besonderes Merkmal der Lions sei dabei die transparente Mittelverwendung: „Jeder gespendete Euro“, so Höflich, „fließt direkt in den guten Zweck. Alle administrativen Kosten werden durch Mitgliedsbeiträge getragen.“
Bild: Hochrangiges Treffen: Der amtierende Lions-Distrikt-Governor Wolfgang Höflich aus Rehau (links) mit A.P. Singh, dem President International der Lions weltweit.
Foto: Oscar & Associates

