
Begeisterte Hofer haben jetzt die Möglichkeit, ganz offensiv für ihre Stadt zu werben. Denn die Tourist-Information Hof bildet zusammen mit dem Museum Bayerisches Vogtland Hof in diesem Jahr wieder Gästeführer aus. Gesucht werden dafür Menschen, die künftig bei Stadtführungen aus der spannenden Hofer Geschichte erzählen und die Schönheiten ihrer Heimat gezielt nach außen tragen wollen.
Dafür kommt jeder mit Interesse in Frage: „Es werden keine besonderen Kenntnisse vorausgesetzt“, versichert Miriam Rautenberg, die kommissarische Leiterin des Museums Bayerisches Vogtland. Sprachkenntnisse in Englisch oder zum Beispiel Tschechisch seien zwar wünschenswert und sicher auch von Vorteil. Wichtig aber seien vor allem der Spaß im Umgang mit Menschen aller Zielgruppen, eine gewisse Flexibilität, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, anderen historische Zusammenhänge auf lebendige Art näher bringen zu können.

Das Rüstzeug dafür bekommt man vorab geliefert: „Die Ausbildung ist praxisorientiert und wird ergänzt durch einzelne Theorieblöcke“, informiert Miriam Rautenberg. Die künftigen neuen Gästeführer profitierten dabei von der Fachkenntnis der beteiligten Ausbilder und von der Erfahrung langjähriger Gästeführer. Außerdem werden externe Experten eingeladen, darunter der bekannte Heimatforscher und Historiker Dr. Adrian Roßner, der sich intensiv mit der Industriegeschichte Hofs beschäftigt hat. Mit dabei ist auch die Landesstelle der nichtstaatlichen Museen in Bayern, die ihre Expertise im Bereich Pädagogik einbringen wird. Offizieller Ausbildungsort ist das Museum Bayerisches Vogtland.
Nach der Ausbildung ist man in der Lage, eine Basisführung in der Stadt oder im Museum durchzuführen und wird in den Pool der städtischen Gästeführer aufgenommen. Doch damit nicht genug: Wenn gewünscht, können sich neue Gästeführer je nach Interessensgebiet für künftige eigene Führungen spezialisieren. Auch dafür bekommt man Schützenhilfe. Um Termine muss man sich übrigens nicht selbst bemühen: Als Gästeführer wird man angefragt, bereitet sich dann auf die bevorstehende Führung vor und übernimmt sie zum jeweiligen Termin.

Wer sich gern verkleidet und ein gewisses schauspielerisches Talent mitbringt, kann sich übrigens als Stadtführer besonders verdient machen. Beispiele dafür sind Wolfgang Pollnick, der unter anderem als Scharfrichter, Nachtwächter oder Wärschtlamo unterwegs ist, und Aalmoed Janssen, die ihre Gäste in düsterer Kutte zu den gruseligsten Mordschauplätzen in Hof führt.
Die Ausbildung zum Gästeführer startet bereits im Februar und dauert bis Mitte Mai. Die konkreten Termine werden mit den Teilnehmern abgesprochen. Vorgesehen ist eine Unterrichtseinheit von etwa zwei Stunden wöchentlich in Präsenz. Außerdem sollte man Zeit zum Lernen und auch gelegentliche Termine für einen Austausch einplanen, bei denen über das Gelernte diskutiert werden kann. Eine schriftliche Abschlussprüfung gibt es nicht – wohl aber eine praktische Prüfung im Zuge einer Stadt- oder Museumsführung zu einem gewählten Thema. Diese Führung wird durch ein Gremium abgenommen. Manfred Köhler
Weitere Infos und Kontakt
Miriam Rautenberg, 09281/815-2706, miriam.rautenberg@stadt-hof.de, oder Ellen Hofmann, Leiterin der Tourist-Info, 09281/815-1665, ellen.hofmann@stadt-hof.de.
Fotos: Manfred Köhler

