Hunde- und Katzenbesitzer, die gerne mal wieder ganz entspannt in den Winterurlaub fahren möchten, können sich an das Tierheim Hof wenden. „Die Tiere können zu uns kommen und werden gut versorgt“, versichert Tanja Bujak, Tierheimleiterin und Vorsitzende des Tierschutzvereins Hof. Auch Kaninchen, Meerschweinchen oder andere Haustiere seien auf Anfrage willkommen und können hier Urlaub machen, während ihre Besitzer verreist sind.
Mit dem Angebot will das Tierheim auch der Situation vorbeugen, dass Tiere womöglich ausgesetzt werden, weil man im Urlaub nicht weiß, wem man sie anvertrauen könnte – ein bekanntes Phänomen vor allem im Sommer. Dass Kleintiere jetzt im Winter zum Beispiel als Weihnachtsgeschenke anfangs für Begeisterung sorgen, dann aber weggeben werden, komme so gut wie gar nicht vor.
Weniger Hamster
Die Abgabe von Hamstern oder Meerschweinchen sei aber auch ganz grundsätzlich zurückgegangen. „Das liegt vielleicht daran, dass die Leute sich jetzt besser informieren und vor dem Kauf mehr Gedanken machen“, vermutet Tanja Bujak. So seien Kleintiere als Haustiere für Kinder gar nicht so geeignet. Denn Meerschweinchen ließen sich nicht gerne hochheben, Hamster sind nachtaktiv und tagsüber müde.
Gut geeignet als erstes Haustier für ein Kind sei dagegen ein Kätzchen. „Die spielen gern, lassen sich knuddeln und sind nicht so lärmempfindlich“, sagt die Tierheimleiterin. Dennoch solle man auch Katzen nicht einfach verschenken, sondern die Kinder selbst wählen lassen. Eine eigene Entscheidung ganz nach Sympathie führe dazu, dass ein Kind sich mehr kümmert und durchhält, auch wenn die Tierhaltung mal Mühe macht. Wer also als Erwachsener einen Kinderwunsch nach einem vierbeinigen Gefährten erfüllen will, sollte einen Gutschein überreichen oder Zubehör wie ein Körbchen als Überraschung mitbringen – aber kein lebendiges Tier.
Tanja Bujak arbeitet bereits seit 15 Jahren ehrenamtlich für das Tierheim. 2017 wurde sie zweite Vorsitzende, seit 2022 ist sie die Chefin. Weil sie schon so lang dabei ist, kann sie viel über die Entwicklung erzählen. So habe es früher mehr verschiedene Tierarten im Tierheim gegeben, sogar eine Ziege, ein Pferd und ein Affe namens Charly seien schon Gäste gewesen. In der Gegenwart seien die meisten Bewohner Hunde und Katzen.
Wie viele es genau sind, das kann Tanja Bujak immer nur für einen konkreten Zeitpunkt sagen, denn: „Das ändert sich ja täglich.“ Notfälle zum Beispiel ließen sich nicht vorhersehen. Und wenn eine trächtige Katze Junge bekomme, dann könne das auch schon mal über Nacht zu sechs bis acht neuen Tierheim-Bewohnern führen. Zum Stand der Nachfrage jedenfalls hatte das Tierheim 21 Hunde, 45 Katzen, neun Kätzchen, sechs Kaninchen und zwei Meerschweinchen zu Gast.
Umgang üben
Wer sich für Tiere interessiert, aber sich – noch – kein Haustier zulegen will, hat im Tierheim Hof die Chance, sich als Gast zum Beispiel im Umgang mit Hunden oder Katzen zu üben. Katzen können gestreichelt, Hunde auf Wunsch auch ausgeführt werden: „Voraussetzung ist eine Gassi-Schulung, bei der wir die Interessenten auf alles vorbereiten, was zu beachten ist“, informiert Tanja Bujak. Insgesamt seien es zehn Punkte, die zu beachten sind.
Sollte jemand sich beim regelmäßigen Gassigehen oder Katzenstreicheln mit einem der Vierbeiner ganz besonders anfreunden, besteht auch immer die Möglichkeit, ihn ganz zu sich zu holen. Das Tierheim prüft dann bei Hunden die Eignung des künftigen Besitzers und steht beratend zur Seite. Sollte alles passen, also auch das künftige Lebensumfeld des Tieres angemessen sein, steht einem Umzug nichts mehr im Wege. Manfred Köhler
Mehr Infos:
www.tierheim-hof.de
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Ansprechpartnerinnen im Tierheim Hof sind unter anderem Tierheimleiterin Tanja Bujak (links) und die neue Auszubildende für Tierpflege Aurelie-Marie Tippmar.
Fotos: Manfred Köhler

