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Privat bleibt Peter Nürmberger der Kultur treu: Kulturamtschef geht in den Ruhestand

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By TVOmedia on 17. August 2025 Exklusiv mit Bild
Foto: Stadt Hof
Foto: Stadt Hof

Kaum jemand hat in jüngerer Zeit so viele positive Spuren in der Stadt Hof hinterlassen wie Peter Nürmberger. Unter anderem wurde unter seiner Federführung das Museum Bayerisches Vogtland massiv erweitert und zum überregionalen Besuchermagneten ausgebaut, die städtische Kunstsammlung hat ihr einstiges Schattendasein beendet, und im Stadtbild finden sich dauerhaft sichtbare Alleinstellungsmerkmale wie das Handwerkerdenkmal am Schießhaisla oder die leuchtende Säule für die Filmtage am Konrad-Adenauer-Platz. Nun ist Peter Nürmberger nach zuletzt 15 Jahren als Kulturamtsleiter der Stadt Hof in den Ruhestand gegangen. Aber wie hat überhaupt alles angefangen? Wir haben nachgefragt:

Was wollten Sie nach dem Abitur werden?

Kultur oder Journalismus – beides ist ja geworden. Direkt nach dem Abitur folgte aber erst mal ein Studium der Theaterwissenschaft, Politologie und Kommunikationswissenschaft in München.

Wie sind Sie bei der Stadt Hof gelandet?

Nach Gründung eines freien Theaters in München und sieben Jahren in der Organisations- und Werbeleitung wie auch Betreuung des Gastspielbetriebs am Theater Hof wurde ich 1993 vom damaligen Kulturamtsleiter Peter Tschoepe als Leiter der Freiheitshalle abgeworben. Damals gehörten dazu auch das Amt für Öffentlichkeitsarbeit, die Touristinfo, die Pressestelle und die Städtepartnerschaften. Manches wie der Volksfestumzug oder der Schlappentagsempfang sind auf ewig an mir kleben geblieben.

Was waren Ihre schönsten Erlebnisse in der Freiheitshallen-Zeit?

Ein wenig stolz bin ich auf die Profilbildung bei den Ausstellungen in der Freiheitshalle mit dem Schwerpunkt Fotografie. Große Namen wie Barbara Klemm, Stefan Moses oder aktuell Ute und Werner Mahler waren und sind dabei.

Was waren die dringlichsten Projekte, als Sie Kulturamtsleiter wurden?

Da liefen schon die Sanierungen, die ich begleiten und abschließen durfte: Museumserweiterung, energetische Sanierung der Stadtbücherei und Neubau beziehungsweise Sanierung der Freiheitshalle. Alles wurde 2012 fertig.

Wie schauen Sie auf die 15 Jahre zurück?

Meine Grundüberzeugung ist, dass eins plus eins mehr als zwei sein kann, wenn die richtigen Leute zusammenkommen. Dann spielt Geld gar nicht mehr die große Rolle. Ich denke, ich habe da Glück gehabt und vor allem in der freien Szene von Musik und Bildender Kunst viele Verbindungen und eine Offenheit erlebt. Das muss man aber wollen, dass Hoch- und Subkultur zusammenkommen, dass arme und reiche Menschen miteinander Kunst erleben, dass wir niemanden ausgrenzen, weil er zum Beispiel die Regeln nicht so gut kennt.

Welche Projekte im Werden hinterlassen Sie jetzt Ihrem Nachfolger?

Die Vernetzung der freien Szene hat in den letzten drei, vier Jahren so richtig Schwung bekommen. Stichworte sind In.Die Musik, Filzfabrik, Your Stage Festival oder Bühne raus. Da ist noch viel möglich und zu entwickeln. Ich bin sicher, dass Fabian Riemen gerade da gut weiterarbeiten wird, ohne die etablierte Szene zu vernachlässigen.

Was hat Ihnen an Ihrem Job gefallen – was nicht?

Gefallen hat mir alles was mit Kunst und Miteinander zu tun hat, da war das Team des Kulturamts ein großes Glück. Weniger inspirierend waren die Begleiterscheinungen einer Führungsaufgabe: Finanzen, Personalprobleme, Wichtigtuer mit Macht.

Was wären Sie gerne noch geworden, wenn Sie mehr Zeit hätten?

Mehr geworden vielleicht nicht. Aber mir ist bewusst, dass es ungeheuer viele Verbindungen gibt, viel Vertrauen auch, und zwar in ganz verschiedene Richtungen. Da wäre noch viel zu machen, wenn man Zeit hätte. Aber weniger im Sinn von Karriere, mehr im Sinn meiner wichtigen Themen wie die Sicherung des Theaters und eine Abkehr der ungerechten Bezahlung der Kollegen dort, die aus der Tarifflucht des Jahres 2009 folgt und inzwischen regelrecht unanständig ist.

Was verbindet Sie mit dem Verein ProHof?

Beruflich sehr viel, es gab unzählige gemeinsame Projekte. Privat erinnere ich mich gerne daran, dass ich als Textautor an dem 2002 von ProHof herausgegebenen Hof-Bildband mit Fotos von Reinhard Feldrapp mitwirken konnte.

Wer eine wichtige Position inne hat, geht oft gar nicht so gerne in den Ruhestand. Wie ist es bei Ihnen?

Es ist wie bei den bekannten Theatermasken – eine lacht, eine weint. Der Unterschied ist bei mir ja nicht so groß, weil ich immer im Beruf das machen konnte, was ich ohnehin geliebt habe. Das wird nicht aufhören, aber ohne Druck von außen und ohne die unliebsamen Begleiterscheinungen, die mit Führungsaufgaben immer verbunden sind. Mehr Inhalt, weniger Formalien.

Welche Pläne haben Sie jetzt? Was ist all die Jahre zu kurz gekommen? Wie schauen Sie auf die Zeit, die vor Ihnen liegt?

Ich werde weiter mit Kunst zu tun haben: als freier Kurator von Ausstellungen, als Akteur in Zusammenhang mit Jean Paul – vor allem für die Neuausrichtung des Museums in Joditz, mit Führungen oder dem Organisieren von Begegnungen, zum Beispiel in der Kunstszene oder auch in meiner Kirchengemeinde. Aber erst einmal will ich nicht ständig müssen, weil Termine anstehen oder sonstwie Druck entsteht.

Die Fragen stellte Manfred Köhler.

Bild:

Zu den vielen Projekten, die Peter Nürmberger als Kulturamtsleiter angestoßen hat, gehört auch „Bühne raus“. Im Ruhestand will er grundsätzlich weiter im Kulturbereich aktiv bleiben.

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